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Kirchen verheizen unnötige Energie

ABB Technikerschule, Dario Osti, Raffael Kostezer, Pascal Baumann

Drei Studenten des Bildungsgangs Gebäudeautomatik HF der ABB Technikerschule entwickelten ein Energiemodul zur Analyse und Optimierung des Energieverbrauchs in Gotteshäusern. Damit soll künftig Energie anlassorientiert verbraucht werden.

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Die erfassten Energiedaten der Kirche werden an die Cloud übertragen und können von überall abgerufen werden.

Kirchengebäude werden ausserhalb der Gottesdienste zu unregelmässigen Zeiten benutzt. So macht es Sinn, wenn Energieverbraucher nur dann auf Höchstleistung laufen, wenn das Gebäude auch effektiv genutzt wird. Das Unternehmen AVM-Engineering hat deshalb ein System entwickelt, das der Klimatisierung in Kirchengebäuden dient und anlassorientiert geregelt werden kann. Um mögliche Energieeinsparungen noch genauer lokalisieren zu können, entwickelten drei Studenten des Bildungsgangs Gebäudeautomatik HF ein Energiemodul mit Cloudanbindung.

Damit die benötigten Daten erfasst werden können, evaluierten die Studenten verschiedene Messeinrichtungen. Dazu entwickelten sie eine Cloudlösung, die es ermöglicht, dass die erfassten Daten in einer Trendanzeige übersichtlich dargestellt werden können. Anhand der Datenanalyse können weitere Optimierungsmöglichkeiten evaluiert und entsprechend geplant werden. Ein wesentlicher Punkt, der mitberücksichtigt werden sollte, war die automatische Alarm- und Benachrichtigungsauslösung. Zudem sollte auch die Option einer Reporterstellung über die aktuellen beziehungsweise die vergangenen Daten verwirklicht werden können. 

Open-Source-Lösung 

Um all diesen Parametern gerecht zu werden, bewerteten die Studenten anhand einer Konzeptstudie verschiedene Cloudlösungen. Der Entscheid fiel auf die Open-Source-Lösung «Influx». Diese Lösung beinhaltet eine übersichtliche Benutzeroberfläche, auf der überschaubare Trendanzeigen erstellt werden. Zudem können die Daten analysiert und in Abhängigkeit davon Alarm und Benachrichtigungen abgesetzt werden. Das entwickelte Energiemodul sendet anschliessend die aufbereiteten Daten an die Cloud. Es erkennt zudem Kommunikationsunterbrüche und speichert die nichtgesendeten Daten. Mit der erarbeiteten Lösung lassen sich diese Daten anschliessend ohne grossen Aufwand visualisieren und analysieren. Ein kundenfreundlicher Report über die aufgezeichneten Daten kann mit wenigen Parametereingaben jederzeit erstellt werden. Die laufenden Aufzeichnungen der Energiedaten ermöglichen es zudem, Rückschlüsse zum Energieverbrauch und zu allfälligen Optimierungen zu ziehen. Dank diesem Lösungsansatz sollte es künftig möglich sein, viel Energie zu sparen.

Autoren:

Dario Osti, Raffael Kostezer, Pascal Baumann, ABB Technikerschule

Der vollständige Bericht wurde im eco2frienly Herbst/Winter 2019 veröffentlicht Bericht als PDF