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Digitalisierung des Schmiedeprozesses

Irene Zurfluh

Die Firma Stooss AG stellt nach Kundenwunsch geschmiedete, wärmebehandelte und mechanisch bearbeitete Werkstücke aller Arten her. Vier Studierende aus dem Bildungsgang zum „Dipl. Techniker/in HF Unternehmensprozesse Vertiefungsrichtung Betriebstechnik“ haben im Auftrag vom Schmiedewerk Stoos AG eine digitale Prozessoptimierung durchgeführt. Unter Einhaltung des hohen Qualitätsstandards wurde die Verschwendung in der Produktion auf null reduziert und die Durchlaufzeit um 50 % optimiert.

 

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Übersicht der Veränderungen

Das Unternehmen Stooss AG wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts als Wagenschmiede von Christian Clemens Stooss gegründet. Heute ist es immer noch im Besitz der Familie Stooss und produziert mit ihren 140 Mitarbeitenden Schmiedeteile höchster Qualität, welche auf der ganzen Welt im Einsatz sind. Die Firma ist in der Öl- und Gasförderung, Agrar- und Fahrzeugindustrie, dem Maschinen- und Tunnelbau, chemisch-technologischen Apparatebau als auch bei dem Turbinenbau als Zulieferer tätig. Dazu werden unlegierte und legierte Stähle inklusive Leicht-, Buntmetalle sowie Nickelbasiswerkstoffe verwendet − insgesamt rund 120 verschiedene Legierungen.

Ziel des Auftrags
Um das etablierte Unternehmen noch erfolgreicher und effizienter zu gestalten, wurde im April 2020 für das Projekt der Startschuss gegeben, innerhalb der mechanischen Bearbeitung den Material- und Informationsfluss sowie das Lagerteilmanagement zu optimieren. Genauer ausgedrückt war es das Ziel, die Durchlaufzeit um 30 % zu reduzieren, die internen Transportwege zu verkürzen, die Digitalisierung voranzutreiben, um auch die Transparenz innerhalb von Prozessschritten zu verbessern. Zudem sollten weitere Verschwendungen wie zum Beispiel hohe Bestände möglichst eliminiert werden.

Zur Realisierung beinhaltet das Konzept einen 5-Jahresplan zur Business Excellence, welcher sicherstellt, dass alle Leistungen auf das Produkt und den Kunden ausgerichtet und zugeschnitten sind. Dadurch können die Fehlerkosten nach dem ersten Jahr um 60 % reduziert werden.

Lagerzonen werden neu strukturiert und über das ERP verwaltet, um die Suchzeit um bis zu 80 % zu reduzieren. Durch das Installieren einer neuen Säge können 70 % der Wege für das Sägen eingespart werden. Der Informationsfluss verläuft transparenter, effizienter und schlanker durch Einführung von Shopfloor-Boards und regelmässigen Shopfloor-Meetings. Zur zusätzlichen Visualisierung von Bestand in Arbeit, Terminen und weiteren Kennzahlen, werden Displays mit Live-Infos direkt aus dem ERP installiert.

Durch diese Massnahmen und die Begrenzung von Puffer der Ware in Arbeit, konnte nach Umsetzung des Konzepts, die Durchlaufzeit um 50 % reduziert werden. Dies ermöglicht eine höhere Flexibilität und Taktrate für kundenspezifische Aufträge. Damit gewinnt die Stooss AG einen entscheidenden Vorteil, den Markt erfolgreich zu bedienen und effizient auf Kundenwünsche zu reagieren.

Autoren
Nisanth Ravi, Stefano Elsener, Marc Mollenhauer, Mathias Schiesser
Diplomanden der ABB Technikerschule (2020), Bildungsgang «Dipl. Techniker/in HF Unternehmensprozesse Vertiefungsrichtung Betriebstechnik»

Plakat der Diplomarbeit als PDF

Bericht als PDF

Für das zusätzliche Engagement und die Erstellung des Videos zum Projekt-Beitrag #ZeitsprungIndustrie / Zeitsprung Bildung, bedankt sich die ABB Technikerschule nochmals recht herzlich bei der Diplomandengruppe!

Zum Diplomarbeits-Video #ZeitsptrungIndustrie

#ZeitsptungIndustrie Projektbeitrag der ABB Technikerschule